LOGI im „Spiegel der Wissenschaft“, Ausgabe 05/2017

Bei gestörter Zuckertoleranz abends weniger Kohlenhydrate

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob eine abendliche Reduktion der Kohlenhydrate besonders wirksam ist. Man geht z. B. davon aus, dass bei einem KH-reduzierten Abendessen über Nacht mehr Fett verbrannt werden kann, weil dann weniger Insulin im Blut kreist. Die Studienlage dazu ist jedoch spärlich und uneindeutig.

Gesicherte Erkenntnis bis jetzt:

Wie andere Körperfunktionen auch, unterliegt der Glukose- und Fettstoffwechsel tageszeitlichen (circadianen) Rhythmen; die Insulinsensitivität nimmt nachmittags ab.

Tierstudien zeigen, dass sich Stoffwechsel und Gewichtserhalt trotz gleicher Kalorienmenge des Futters verbessern lassen, wenn Fette und Kohlenhydrate nur zu bestimmten Zeiten gegeben werden.

Anlass dieser Meldung

Die folgenden Daten stammen zwar aus einer Studie mit kohlenhydratreicher Ernährung (49 en% KH, knapp 15 en% Protein, 36 en% Fett), jedoch wurden die Kohlenhydrate bzw. Fette entweder in der ersten oder in der zweiten Tageshälfte verzehrt, um zu prüfen, ob es circadiane Effekte auf den Stoffwechsel gibt.

Studiendesign

Studienart:

randomisierte, kontrollierte Cross-Over-Studie mit zwei isokalorischen Diäten: entweder kohlehydratreiche Mahlzeiten bis 13:30 Uhr, fettreiche Mahlzeiten von 16:30 bis 22 Uhr (HC/HF) oder umgekehrte Reihenfolge (HF/HC), am letzten Tag jeder Diätphase ein standardisiertes fett- oder kohlenhydratreiches Testessen um 9 und 15:40 Uhr, anschließend ein Fett- bzw. KH-Toleranztest (Blutwerte und Atemtest)

Datenerhebung:

2014 bis 2015, anthropometrische Messungen, Blutabnahmen und Atemtests in der Klinik, Schrittzähler zur Ermittlung der Aktivität

Probanden:

29 Männer ohne Diabetes, 18 – 68 Jahre alt, BMI 22 – < 35, normale Glukosetoleranz (NGT): 18, gestörte Glukosetoleranz (IGT) bzw. gestörte Nüchternglukose (IFG): 11

Dauer:

zweimal vier Wochen, unterbrochen von vier Wochen Washout, je Diätphase drei Ernährungsberatungen

Quelle:

Kessler, K et al., Scientific Reports 2017;7:44170, doi: 10.1038/srep44170 (Volltext verfügbar)

Ergebnisse

Wurden die Kohlenhydrate in der zweiten Tageshälfte gegessen, lag bei den Teilnehmern mit IGT und IFG der Blutzucker des gesamten Tages knapp 8 % höher und das Nachlassen der Glukosetoleranz am Nachmittag war ausgeprägter. Bei Teilnehmern mit normaler Glukosetoleranz fanden sich keine Effekte auf die Blutzuckerkontrolle.

! Für LOGI lässt sich hieraus ableiten, dass es für Männer mit gestörter Blutzuckerregulation sinnvoll ist, am Abend kohlenhydratarm und fettbetont zu essen!

Ernährungsempfehlungen brauchen eine fundierte wissenschaftliche Basis!

Quelle: Systemed Verlag

 

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