LOGI im „Spiegel der Wissenschaft“, Ausgabe 03/2017

Gesättigte Milchfettsäuren und ihr Einfluss auf Risikofaktoren für Herz- Kreislauf-Erkrankungen

Bei LOGI sollte die Fettzufuhr überwiegend über Lebensmittel mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren erfolgen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ernährungsempfehlungen wird bei LOGI jedoch nicht vor Lebensmitteln mit vielen gesättigten Fettsäuren wie Butter oder Käse gewarnt.

Gesicherte Erkenntnis bis jetzt:

Beobachtungsstudien und Meta-Analysen fanden keinen Zusammenhang zwischen der Zufuhr gesättigter Fettsäuren und dem Risiko zu sterben oder eine Herz- oder Gefäßkrankheit zu erleiden.
Gesättigte Fettsäuren aus Milchprodukten erwiesen sich in der ARIC-Studie als risikosenkend bezüglich kardiovaskulärer Erkrankungen.

Anlass dieser Meldung

Ein kanadisches Wissenschaftlerteam ging der Frage nach, wie sich der Konsum gleich hoher Mengen gesättigter Fettsäuren (SAFA) aus Butter oder Käse auf kardiovaskuläre Risikomarker wie Plasmalipide, Blutdruck, Entzündungsparameter, Glukose- und Insulinstoffwechsel auswirkt. Zudem wurden die Butter- und Käsediäten mit Diäten verglichen, die reich an einfach (MUFA) oder mehrfach (PUFA) ungesättigten Fettsäuren sind sowie mit einer kohlenhydratreicheren, fettärmeren (+/- 7 en%) Diät.

Studiendesign

Studienart:

multizentrische, randomisierte Crossover-Studie mit kontrolliertem Verzehr, Vergleich von 4 isokalorischen, gewichtserhaltenden Diäten mit 32 en% Fett: reich an SAFA aus Butter bzw. Käse (ca. 12,5 en% SAFA), reich an MUFA (19,6 en%, 5,8 en% SAFA) oder reich an PUFA (11,5 en% PUFA, 5,8 en% SAFA) sowie einer fünften, fettreduzierten Diät (25 en% Fett, 5,8 en% SAFA), alle Diäten waren kohlenhydratreich (52-59 en%), die Protein-, Cholesterin-, Salz- und Ballaststoffgehalte gleich

Datenerhebung:

Eingangsuntersuchungen und Messungen aller Parameter in den beiden Studienzentren, Compliance erfragt

Probanden:

92 Männer und Frauen mit abdominellem Übergewicht und geringem HDL-Cholesterin, ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen oder Diabetes, 64 Probanden durchlaufen alle fünf Diätphasen

Dauer:

je Diät vier Wochen, dazwischen mindestens 24-tägige Pause, alle Mahlzeiten (3 plus 1 Snack) werden in der Diätküche zubereitet

Quelle:

Brassard, D et al., Am J Clin Nutr 2017;105:800-809

Ergebnisse

Während der Käse- und Butterdiät lag das HDL-Cholesterin um 3,8 bzw. 4,7 % höher als bei der fettreduzierten Diät. Das LDL-Cholesterin lag nach Käse und Butter höher als nach Kohlenhydraten, MUFA und PUFA. Bei Käse fiel die LDL- Steigerung jedoch geringer aus als nach Butter, möglicherweise aufgrund seines höheren Kalziumgehaltes. Der Effekt war jedoch nur bei Probanden mit hohen Eingangswerten signifikant.

Das Verhältnis von Gesamt- zu HDL-Cholesterin lag nach den beiden SAFA-Diäten höher als nach MUFA und PUFA, jedoch nicht höher als nach der fettarmen Diät. Es fanden sich keine Unterschiede bei Blutdruck, Entzündungsmarkern und im Zucker- oder Insulinstoffwechsel. Die Autoren schließen daraus, dass gesättigte Fettsäuren keinen negativen Einfluss auf diese Risikomarker haben. Ihr Einfluss auf die Lipidwerte unterschied sich je nachdem, aus welchem Lebensmittel sie stammen (Lebensmittel-Matrix-Effekt), vor allem bei hohen LDL-Ausgangswerten (Käse günstiger als Butter).

► Obgleich alle hier untersuchten Diäten kohlenhydratreich waren, bestätigt die Studie, dass sich eine höhere Fettzufuhr günstig auf das HDL-Cholesterin auswirkt und dass Käse und Butter keine negativen Einflüsse auf eine Reihe von Risikomarkern ausüben. Ein LDL-steigernder Effekt ist unter LOGI nicht zu erwarten, da LOGI-Mahlzeiten reich an MUFA sind und ausreichend PUFA enthalten.

Ernährungsempfehlungen brauchen eine fundierte wissenschaftliche Basis!

Quelle: Systemed Verlag

 

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